Fahrradkuriere brauchen neue Kunden

Last Updated on Dienstag, 23 März 2010 12:13 Written by admin Freitag, 12 Februar 2010 09:33

Die klassischen Transportgüter, die ein Fahrradkurier leicht und schnell transportieren kann, sind Fotos und Dokumente. Diese werden zunehmend über das Internet versandt.

Damit schwindet eine bestimmte Kundschaft der Fahrradkuriere dahin: Fotografen, Designer, Marketingleute. Einmal war ich bei einem Online Shopsystem Betreiber: Der sagte mir doch glatt, dass er jetzt einen Kurier bestellt hätte, wäre eigentlich unnötiger Luxus.

Das heißt allerdings noch lange nicht, dass Fahrradkuriere anachronistisch sind: Ganz im Gegenteil. Da sie im überfüllten Stadtverkehr sich schnell und umweltfreundlich fortbewegen können, haben sie ein Riesenpotential. Sie sind nämlich die einzigen, die dies im Bereich von etwa 10 Kilometern können.

Doch wie sehen mögliche neue Kunden aus, die auch bereit sind für die Schnelligkeit zu bezahlen:

  • Handwerker, die Werkzeug oder Ersatzteile vergessen haben, könnten sich an Fahrradkuriere wenden. Das ist günstiger und schneller, als wenn ein Handwerker selbst losfahren müsste.
  • Kleine Geschäfte wie Blumengeschäfte, Geschenk- und Bücherläden, Apotheken usw. könnten einen Lieferservice anbieten.
  • Wirklich brandeilige Sachen von Ärzten, Rechtsanwälten usw. könnten mit Kurieren auf den letzten Drücker noch an offizielle Stellen vermittelt werden. Hier haben manchmal nur noch Kuriere Zugang.
  • Privatleute: Dies ist überhaupt der größte Bereich, der noch brachliegt: Schlüssel, die vergessen wurden, Geschenke, die man mal eben der Liebsten bringen lässt, ein kleines Catering, was man sich liefern lässt. Und, und, und …

Was bei allem aber völlig klar ist: Diese möglichen Dienstleistungen müssen beworben werden. Menschen müssen sich bewußt werden, dass es diese Möglichkeit gibt. Und sie müssen es cool und nützlich finden.

Damit wird aber auch in Zukunft ein Selbstbild der Fahrradkuriere ändern: Sie waren schon immer Dienstleister. Aber da man sie brauchte, mussten sie nicht sehr auf ihre Notwendigkeit pochen.

Jetzt müssen sie aber genau dies: Auf sich hinweisen und um den Kunden buhlen.

Dieser Kunde hockt halt auch im Auto, latscht über Radwege, schimpft über Rüpelradler. Also alles Menschen, bei denen man schnell bereit ist, den Stinkefinger zu zeigen. Das ist zwar oft verständlich, aber eben auch schädlich in der öffentlichen Wahrnehmung. Und es ist ein langer Weg, anders wahrgenommen zu werden: Ist der Ruf erst ruiniert usw. ;-)

Ich glaube ein bisschen anarchistische Unabhängigkeit ist nach wie vor als Fahrradkurier möglich, aber eine sehr breit aufgestellte Dienstleistungsbereitschaft ist überlebensnotwendig!

Weiterer Artikel zum Thema

Biker brauchen neues Kundenklientel

Interessant? Sags anderen:

1 Comment

  1. Onlinekuriere   |  Dienstag, 23 März 2010 at 12:07

    [...] gibt es immer noch Möglichkeiten gut zu verdienen. Ich habe bereits in einem Artikel beschrieben, wie Fahrradkuriere neue Geschäftszweige auftun [...]

Leave a Reply