Kleine Ernährungskunde für Fahrradkuriere
Last Updated on Montag, 15 März 2010 09:25 Written by admin Sonntag, 14 März 2010 04:36
Radfahrer sollten niemals mit leerem Magen starten. Ohne Grundlage kommt der Stoffwechsel und somit der Energieaustausch nicht auf Touren.
Frisches Obst ist ein Schnellstarter-Frühstück für Radfahrer: Es sorgt für Vitamine und Mineralstoffe. Wenn noch eine Banane dabei ist, sind auch einige Kohlenhydrate dabei.
Die Verdauung wird mit einem solchen Frühstück angeregt, aber nicht belastet. Der gastrokolische Reflex wird angestoßen und der Darm kann sich entleeren
Generell gilt:
Sportler brauchen viel Vitamin C und Mineralstoffe. Sonst leidet das Immunsystem und man wird krank. Also immer viel frisches Obst und Gemüse essen. Orangensaft und Multivitaminsaft sind die flüssige Alternative. Manche schwören im Winter auf heiße Zitrone.
Kartoffeln, Nudeln und Reis geben die Energiegrundlage: Die enthaltenen Kohlenhydrate sind langfristige Energieträger. Außerdem sind die angegebenen Speisen recht leicht verdaulich.
Fette Speisen sollten hingegen nur wenig gegessen werden. Sie beschäftigen zu lange den Magen.
Generell sollte nach warmen Mahlzeiten mindestens eine Stunde gewartet werden, bevor losgeradelt wird.
Gut ist es immer am Abend vorher gut zu essen. Nudeln, Kartoffeln und Reis liegen dann sozusagen im körpereigenen Silo, ohne den Magen zu belasten.
Mineralstoffe wie Magnesium hingegen können vom Körper nicht gespeichert werden. Außerdem verliert man dauernd Mineralstoffe über Schweiß und Urin. Deshalb müssen sie immer möglichst gleichmäßig konsumiert werden. Sonst drohen z.B. Muskelkrämpfe.
Magnesium ist enthalten in Bananen, Vollkornprodukten, Milch, Äpfeln, Kartoffeln und grünem Gemüse. Zusätzlich gibt es angereicherte isotonische Getränke, womit noch ein weiterer wichtiger Punkt ins Spiel kommt:
Regelmässiges Trinken ist sehr wichtig.
Viele Fahrradkuriere unterschätzen den Leistungsabbau, der durch Wasserverlust entsteht: Die körperliche Leistungsfähigkeit kann mehr als 20% abnehmen, wenn nicht genug getrunken wird. Normales Leitungswasser reicht eigentlich schon. Viele Kuriere brauen sich allerdings ihre eigenen Wunderbrunnen zurecht. Wasser mit etwas Zucker und ein Schuß Zitrone oder stark verdünnten Kaffee und etwas Salz. Es gibt einige Möglichkeiten.
Generell gilt: Weder zuviel Coffein, Zucker oder Fruchtsäure ist zu empfehlen.
Nach der Tour sind die Energiespeicher leer. In der ersten Stunde nach der Belastung lassen sie sich am besten wiederauffüllen.
Am Besten mit: Bananen, Kartoffeln, Vollkornbrot, Nudeln und Reis.
Schokolade und Süßigkeiten sowie Fett und Alkohol sollten in dieser Phase tabu sein: Dadurch wird die Erholungsphase verlängert.
Ein heißes Bad und genug Schlaf -mindestens sieben Stunden- sind schließlich ein guter Abschluss und eine gute Vorbereitung für den nächsten Tag.
Natürlich hat sich inzwischen eine ganze Industrie auf die Sportlerernährung gestürzt: Da gibt es Superdrinks, Wunderpulver und Powerbars.
Tatsächlich sind Erkenntnisse aus Weltraumforschung manchmal recht effektiv. Aber es ist auch immer wieder beruhigend, dass viele Dinge auch ganz normal erreicht werden können. Und gutes Essen hat eben nicht nur mit Leistungsmaximierung zu tun, sondern auch einiges mit Lebenslust.
schön zusammengefasst. deckt sich mit meinen erfahrungen.
wie sieht es mit noch weiteren regenrationsmöglichkeiten für die muskeln am abend aus?
ich teste grad arnika-kügelschen. wobei ich die wohl 3x über den tag verteil einnehmen muss..
Hallo Kollege,
Regeneration ist schon ein eigenes Thema. Und ein ziemlich wichtiges für Dauerleistungssportler wie Fahrradkuriere.
Nachdem was ich so gelesen und selber erlebt habe, sind richtige Entspannungspausen noch immer das Beste.
Arnika hat ja viele Wirkstoffe. Auch gegen Muskelüberreizung. Allerdings können auch Allergien durch einige Inhaltsstoffe ausgelöst werden. Man kann sich da ja testen lassen. Ich würde den Arzt, Heilpraktiker meines Vertrauens fragen.
Du hast schon recht, aber für mich ist das wichtigste beim Abhemeh einfach: Disziplin, Disziplin und noch mehr Disziplin.