Serie: Fahrradkurier in Kassel
Last Updated on Dienstag, 16 März 2010 02:06 Written by admin Dienstag, 16 März 2010 11:45
Regelmäßig möchte ich Fahrradkurierfirmen in Deutschland vorstellen. Auch wenn die Modelle sich grundsätzlich ähneln, gibt es auch immer ein paar Unterschiede.
Und zudem wird sich in den nächsten Jahren einiges in dem Bereich verändern. Meine persönliche Einschätzung: Die kleinen Kurierfirmen werden Akzente setzen und neue Kunden erschliessen. Gerade Fahrradkuriere werden hier nochmal richtig punkten können.
Deswegen will ich heute mal mit dem Velokurier Kassel anfangen. Eine Fahrradkurier – GBR. Das Wichtigste zuerst: Es ist ein echtes Fahrradkurierunternehmen. Die Zentrale arbeitet mit einem kleinen Pool an selbstständigen Fahrradkurieren. In Ausnahmefällen wird allerdings auch mit einem Car-Sharer zusammengearbeitet. Wenn es gar nicht ohne Auto geht.
Der Velokurier ist seit Januar 2007 am Start. Also ein noch sehr junges Unternehmen. Stefan Bössert und Lars Lehmann sind die Eigentümer.
Zur Zeit sind 7 Leute dort beschäftigt. Schön ist, dass sie den Kurierfahrern die zur Zeit aussetzen , Aussetzern auch einen Platz in der Webpräsenz einräumen. Das zeigt Verbundenheit.
Kuriere die dort fahren, bezahlen, anteilig von ihrem Umsatz, einen Betrag an die Zentrale. Eine Pauschale gibt es also nicht. Um regelmäßige Präsenz der Fahrradkuriere sicherzustellen, gibt es ein durchgängiges 5 Stunden Schichtensystem.
Das Preissystem für den Kunden ist recht einfach: Grundlage ist die Entfernung. Kassel wird in 3 Ringe aufgeteilt – der eigentliche Citybereich – und dort gibt es dann die Grundpreise 5, 7 und 8 Euro. Außerhalb dieser Grundbereiche wird auch noch gefahren. Das kostet dann natürlich einiges mehr. Was mich sehr erstaunt hat: Sogar 75 Kilometer – Touren werden angeboten. Auslieferung 3 Stunden. Wow. Kassel und Umgebung sind ziemlich hügelig
Die beiden anderen Faktoren für die Preisgestaltung sind Zeit und Gewicht: Schneller und schwerer ist teurer. Logisch. Sehr große Sendungen bis 25 kg werden mit einem Anhänger transportiert.
Was ein bisschen schade ist: Die Website bietet noch keine Sofort – Funktionalität. Wenn Kunden einfache Aufträge in einem Onlinesystem ablegen könnten, wäre das sicherlich eine Arbeitserleichterung.
Allerdings wird der Kunde nach Geschäftsschluss nicht bloß auf dem Anrufbeantworter abgelegt, sondern weitergeleitet. Das könnte ziemlichen Streß für die Eigentümer bedeuten. Ist aber heutzutage kaum zu vermeiden.
Ein auf der Website erklärtes Ziel gefällt mir persönlich sehr gut: Alle Fahrer bekommen möglichst das gleiche Fahrtenvolumen von der Zentrale zugesprochen. Bei gleicher Präsenz, versteht sich.
Dies ist die Grundlage für gerechtes, faires und professionelles Arbeiten. Ist bei vielen Kurierzentralen oft nicht der Fall
Also klingt doch alles ziemlich gut. Nächste Woche hat meine Oma Geburtstag, sie ist Kasselenerin – nennt man glaube ich so
– Da werde ich in Kassel sein und schauen, ob jemand Zeit für ein kleines Interview hat.







“Schön ist, dass sie den Aussetzern einen Platz in der Webpräsenz einräumen”
Das habe ich jetzt nicht kappiert.
War missverständlich ausgedrückt: Meinte diejenigen Kuriere, die gerade pausieren, sind auch bei der Teamvorstellung genannt.