Sind die Funken bald Vergangenheit?
Last Updated on Mittwoch, 31 März 2010 11:28 Written by admin Dienstag, 30 März 2010 12:26
der tag, an dem der sprechfunk stirbt, ist mein letzter tag als kurier.
Zitat aus einem Forum
Stimmt es, dass das Funkgerät bald nur noch ein Nischendasein führen wird? Werden Webapplikationen und mobile Endgeräte die Reste einer persönlichen Kommunikation hinwegwischen?
Ehrlich gesagt: Ich glaube in Bereichen, die unter starkem Wettbewerbsdruck stehen, werden alle Möglichkeiten der Effizienzsteigerung genutzt werden oder ” Was online möglich ist, wird irgendwann auch online erledigt.”
Der Funk ist aber nun so ein Ding, was den Kurieren so ein ganz eigenes Selbstbewußtsein gibt: Da werden die neuesten Fußballergebnisse diskutiert, politische Meinungen hinausposaunt, irgendjemand macht den Klassenclown und und und.
Somit also ein technischer Anachronismus, der als eine Art Gemeinschaftsraum funktioniert. Als solcher ist er aber sehr notwendig. Was kann man schon in ein I-Phone hineinbrüllen? Und wie langweilig ist chatten, twittern usw. im Gegensatz zum akustischen Kontakt zu Personen, die man sofort erkennt und sympathisch oder unsympatisch findet?
Trotzdem glaube ich, dass Tourenvermittlungen in Zukunft nicht mehr per Funk erledigt werden. Vielleicht werden sich einige Zentralen den Luxus eines Kommunikationsfunks leisten. Aber um zu bestehen, werden webbasierte Dienste in Kombination mit geschickter Tourenverteilung und “stabilen” Endgeräten obsiegen.
Weil aber die Vereinzelung im Arbeitsalltag dann ein echtes Problem wird, müssen andere Formen gefunden werden: Regelmäßige Treffen sind da sicher eine gute Möglichkeit.
Möglicherweise wird aber auch durch eine geschickte Arbeitseinteilung, der Kontakt der Fahrer in Zukunft ohnehin wieder persönlicher. Ich zum Beispiel stelle mir unter effizienter Arbeitseinteilung eine Kombination der verschiedenen Fahrstile vor: Der Schnellfahrer, der Lastenfahrer, der Plauderfahrer, usw. Wenn diese ihre Begabungen aufeinander abstimmen, ist besserer Kundendienst, bei günstigeren Preisen möglich. Einige Fahrer holen also eilige Sendungen raus, die die Raketen ruckzuck ausliefern. Während andere Kollegen Wartezeiten beim Kunden nutzen, um Werbung zu machen. Usw.
Bis das allerdings einmal soweit ist, sind einige von uns schon wieder ein bisschen grauer geworden
Und die Funkgeräte werden noch ein Weilchen weitersummen.
Hi,
als ehemaliger Radkurier habe ich den RSS-Feed hier natürlich gleich abonniert.
Das Funkgeräte verschwinden ist schade, da es ohne sie nicht soviel Spaß macht. In Halle wurde irgendwann auf Handys umgestellt. Nicht so praktisch, da man zum telefonieren anhalten muss.
Ich vermisste die Situationen, in denen die Funke einfach zum Spaßfaktor wurde. Zum Beispiel, wenn die Chefs Sprüche und Geräusche über den Funk schickten, welche teilweise die Grenzen des guten Geschmacks auf eine amüsante Art überzogen – in der Annahme, ich wäre gerade auf der Straße und nicht im Supermarkt…
Die Angst vor der sozialen Abgeschiedenheit muss man sich aber wohl nicht machen. Zumindest habe ich da kein Problem wahrgenommen, da man ja ständig unterwegs Kollegen und Freunde trifft. Zumindest in Halle ist das der Fall.
Gruß
MischoK