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	<title>Onlinekuriere &#187; Portraits</title>
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	<description>Infos für Fahrradkuriere und andere Fahrradfreaks</description>
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		<title>Reportage: Radkurier in Hamburg</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 10:37:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cyclehans</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Portraits]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine kleine Reportage, die ich mal vor ein paar Jahren geschrieben habe. Einige Fahrer fahren nicht mehr. Darunter einige Originale &#8211; wie Fuffi oder Marco. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass noch wesentliche Punkte stimmen. &#8220;Spielen auf einem hohen Level&#8221; &#8220;Wer knuspert?&#8221; Es rauscht und knackt aus dem schwarzen Funkgerät von Frank. &#8220;Fuffi&#8221;, antwortet Frank, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine kleine Reportage, die ich mal vor ein paar Jahren geschrieben habe. Einige Fahrer fahren nicht mehr. Darunter einige Originale &#8211; wie Fuffi oder Marco. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass noch wesentliche Punkte stimmen.<br />
</em></p>
<h3>&#8220;Spielen auf einem hohen Level&#8221;</h3>
<p><img alt="" src="http://farm3.static.flickr.com/2415/5714465289_08628baf03_t.jpg" title="flickr von Richard Masoner / Cyclelicious " class="alignleft" width="100" height="98" />&#8220;Wer knuspert?&#8221; Es rauscht und knackt aus dem schwarzen Funkgerät von Frank. &#8220;Fuffi&#8221;, antwortet Frank, nachdem er den weichen Gummiknopf am Gerät gedrückt hat. &#8220;Fuffi, Franki&#8221;, kommt die prompte Antwort des Funkers. 2 Sekunden später ist die Kommunikation abgeschlossen. Frank hat einen Auftrag für eine Kurierfahrt angenommen.<br />
<span id="more-785"></span><br />
Minuten später taucht er bei einem Fotografen auf, um gleich darauf mit teuren Fotos in seiner breiten Kuriertasche über die Straßen zu sausen. Schmal und verloren wirkt er neben dem bunten Blechband, das sich träge neben ihm bewegt.</p>
<p>Diese Art des Gütertransports entstand in Deutschland um 1880. Blitzgesellschaften oder Messenger Boy Compagnien nannten sich die ersten Kurierdienste damals. Fahrräder gehörten gleich dazu, weil sie die ersten preiswerten und schnellen Nahverkehrsmittel waren. </p>
<p>Es gab dann mit allmählich eine Verlagerung hin zu dem motorisierten Verkehr. Doch in den 1980er Jahren rückte dann mit Umweltbewusstsein und steigenden Spritpreisen wieder das Fahrrad in den Mittelpunkt.</p>
<p>Heutzutage ist das Fahrrad aus dem Kuriergeschäft nicht mehr wegzudenken.</p>
<p>Tom ist Arzt und seit ein paar Jahren Radkurier. Nach seiner Ausbildung hat er schon einige Jahre als Arzt gearbeitet, bevor er sich entschieden hat, einen anderen Weg zu gehen. Als Leiter der Aufnahmestation eines Krankenhauses machte er Erfahrungen mit klinikinterner Hierarchie.</p>
<p>&#8220;Da wurden die Medikation und die Arztberichte eigenmächtig durch einen Oberarzt geändert. Da habe ich es wie der Kanzler gemacht und einfach gekündigt.&#8221; Ein Gefälle zwischen dem Kurierjob und dem Arztberuf sieht er nicht.</p>
<p>&#8220;Auch als Kurier bin ich Dienstleister und muss meine Arbeit gut machen. Die gesellschaftliche Bewertung ist nur für die wichtig, die ihr glauben.&#8221;</p>
<p>Es rauscht wieder im Gerät. Im gleichmäßigen Staccato werden Paare von Straßennamen vorgelesen. Dann ein Abrissgeräusch, einen Sekundenbruchteil ist Ruhe und kurz darauf ein Gewirr an Stimmen, die versuchen ihre Nummer in den Vordergrund zu schieben.</p>
<p>&#8221; 71, Martin &#8221; &#8220;Ich nehm die Feldstrasse zur Admi&#8221; &#8221; PPS zu Hansen&#8221; &#8220;Jo&#8221;</p>
<p>So geht es weiter und nach einer Minute sind acht Touren vermittelt. </p>
<p>&#8220;Ein bisschen ist das wie mit einem Computerspiel: neben der körperlichen Anstrengung, musst du noch den Verkehr im Auge behalten und die Durchsagen am Funk. Das fordert jeden von uns, aber einige von uns spielen dieses Spiel auf einem ganz hohen Level&#8221;, sagt Frank.</p>
<p>&#8220;Na ja, es ist halt ein Job bei dem man auch ganz gut verdienen kann.&#8221; Gunnar ist pragmatisch. Der ausgebildete Fachinformatiker fährt seit 2003 . Er gehört zu den Kurieren, die beständig von morgens bis abends im Sattel sitzen. Das sichert ihm ein gleichmäßig gutes Einkommen.</p>
<p>&#8220;Es gab Zeiten, da ging es mir nicht so gut. Als ich nach Arbeitslosigkeit von der Stütze abhängig war. Dauernde Kontrolle durch die Behörde. Das war ziemlich erniedrigend. Das mit dem Kurierfahren hat mich unabhängig gemacht.&#8221;</p>
<p>Bis zu 4000 Euro kann ein Kurier verdienen, wenn er bereit ist, von morgens bis in den Abend hinein zu arbeiten. Nicht jeder will das und so gibt es auch viele, bei denen das Geld gerade zum Leben reicht.</p>
<p>&#8220;Dafür bist du Herr über deine Zeit. Bei der Fußballweltmeisterschaft habe ich fast kein Geld verdient.&#8221;</p>
<p>Marco lacht. Wieder knackt es im Funkgerät, sein Finger schnellt zum Gerät und im nächsten Moment hat er sich eine Tour geschnappt. Die selbstgedrehte Zigarette raucht er noch in Ruhe zu Ende. Dann verabschiedet er sich und verschwindet im Gewühl der Großstadt.</p>
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		<title>Erinnerungsschnipsel: Laurent Fignon</title>
		<link>http://onlinekuriere.de/2010/09/erinnerungsschnipsel-laurent-fignon/</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 08:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cyclehans</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Portraits]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Markenzeichen: Intellektuellenbrille und blonder Pferdeschwanz. Ein Mann der 1980er Jahre. Als der Radsport am Übergang stand, vom archaischen zum technisch cleanen Sport zu werden. Und genau so hat auch das wichtigste Rennen dieses Mannes ausgesehen: Tour de France 1989; die letzte Etappe, ein Zeitfahren. Schon die ganze Tour war eine knappe Jagd nach Sekunden zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_642" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://onlinekuriere.de/wp-content/uploads/2010/09/Laurent_FIGNON.jpg"><img src="http://onlinekuriere.de/wp-content/uploads/2010/09/Laurent_FIGNON-150x150.jpg" alt="" title="Laurent Fignon" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-642" /></a><p class="wp-caption-text">Laurent Fignon fotografiert von Eric Houdas</p></div>Markenzeichen: Intellektuellenbrille und blonder Pferdeschwanz. Ein Mann der 1980er Jahre. Als der Radsport am Übergang stand, vom archaischen zum technisch cleanen Sport zu werden.<br />
<span id="more-640"></span><br />
Und genau so hat auch das wichtigste Rennen dieses Mannes ausgesehen: Tour de France 1989; die letzte Etappe, ein Zeitfahren.</p>
<p>Schon die ganze Tour war eine knappe Jagd nach Sekunden zwischen den Rivalen Greg Lemond und Laurent Fignon. Das gelbe Trikot wechselte mehrfach.</p>
<p>Greg am Start. Hochkonzentriert, fast verbissen. Er rollt von der Startrampe. Sein Fahrrad ist optimiert für die Strecke. Ein spezieller Rahmen, unterschiedliche Laufradgrößen, ein Scheibenlaufrad hinten. Tief gebeugt liegt Greg auf dem Rad. Auf dem Kopf hat er einen aerodynamisch geformten Helm. Schnell und gerade zieht er eine unsichtbare Linie über den Asphalt.</p>
<p>Dann fährt Laurent Fignon los. Auch er ist konzentriert. Aber auch ein bisschen lässig. Sein Rad ist ein ganz normales Rennrad. Lediglich die Laufräder sind  verkleidet. Kein Helm verdeckt den blonden Schopf. Hat einen Vorsprung von 50 Sekunden im Gesamtclassment.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Die letzten 10 entscheidenden Minuten diese Rennens, sind im folgenden Video zu sehen.</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/AyvwtOQYQ-E?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/AyvwtOQYQ-E?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<p><em>Am 31.08.2010 starb Laurent Fignon an den Folgen einer Krebserkrankung in Paris.</em></p>
<p>Ein paar Links zum Weiterlesen:</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Laurent_Fignon">Wiki</a></p>
<p><a href="http://www.wienerzeitung.at/default.aspx?tabID=4127&#038;alias=Dossiers&#038;cob=514919">Wiener Zeitung</a></p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/radsport-der-krebs-besiegt-laurent-fignon-1.994531">Süddeutsche<br />
</a><br />
<strong><br />
Französischsprachig</strong></p>
<p><a href="http://www.cyberpresse.ca/chroniqueurs/philippe-cantin/201009/01/01-4311578-laurent-fignon-un-athlete-hors-normes.php">Cyberpresse Kanada</a></p>
<p><a href="http://www.parismatch.com/Actu-Match/Sport/Actu/Laurent-Fignon.-Son-emouvant-temoignage-159688/">Parismatch</a></p>
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		<title>Video: Girlsday auf dem Rad</title>
		<link>http://onlinekuriere.de/2010/06/girlsday-fahrradkurier/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 10:20:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cyclehans</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Portraits]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon ein Weilchen habe ich ein kleines Video auf der Festplatte vom Girlsday Ende April. Spontan hatte ein Kollege ein Interview mit meiner Tochter gemacht. Das Interview war so nett, dass ich es nun geyoutubt habe. Der Regisseur: Ercan ist Lehrer für Mathe in Schleswig-Holstein. Außerdem ist er schon seit ewigen Zeiten Fahrradkurier. Er ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://onlinekuriere.de/wp-content/uploads/2010/06/2.png" alt="Milena" title="Milena" width="100" height="152" class="alignleft size-full wp-image-595" />Schon ein Weilchen habe ich ein kleines Video auf der Festplatte vom Girlsday Ende April.</p>
<p>Spontan hatte ein Kollege ein Interview mit meiner Tochter gemacht. Das Interview war so nett, dass ich es nun geyoutubt habe.</p>
<p>Der Regisseur: Ercan ist Lehrer für Mathe in Schleswig-Holstein. Außerdem ist er schon seit ewigen Zeiten Fahrradkurier. Er ist Mitorganisator solcher Events wie dem St.Paulopoly.<br />
<span id="more-586"></span><br />
Die Idee mit dem Girls-Day auf dem Radl gefiel ihm, daher hat er sich schnell die Kamera meiner Tochter geschnappt und das folgende Video gedreht.</p>
<p>Die Porträtierte: Milena ist Schülerin in einer fünften Klasse und möchte eigentlich mal Zahnärztin werden.</p>
<p>Der Vater: Rudi ist eigentlich Reisefuzzi, aber übers Radfahren geht ihm fast gar nichts.</p>
<p style="text-align: center;">Das Video<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="285" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/i7DFj0-kKuI&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xd0d0d0&amp;hl=en_US&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="285" src="http://www.youtube.com/v/i7DFj0-kKuI&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xd0d0d0&amp;hl=en_US&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Faces of ECMC 2010</title>
		<link>http://onlinekuriere.de/2010/05/faces-of-ecmc-2010/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 08:31:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cyclehans</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Europameisterschaft ist nun schon eine Woche rum. War ja ganz offensichtlich wieder ein sehr schönes Event. Ein Kollege von mit ist 8 ter geworden und voller Tatendrang wieder in Hamburg aufgeschlagen. Da ich leider nicht selber in Bud war, habe ich mich mit Erzählungen, Links, Fotos und Videos begnügen müssen. Beim Rumstöbern in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="daniel: fahrradkurier aus hamburg" src="http://3.bp.blogspot.com/_ucCfNuDNGJw/S_1g5i_N5yI/AAAAAAAABLY/ruPpQlJbN90/s400/UAD_8375.jpg" alt="" width="96" height="144" />Die Europameisterschaft ist nun schon eine Woche rum. War ja ganz offensichtlich wieder ein sehr schönes Event.</p>
<p>Ein Kollege von mit ist 8 ter geworden und voller Tatendrang wieder in Hamburg aufgeschlagen.<span id="more-579"></span></p>
<p>Da ich leider nicht selber in Bud war, habe ich mich mit Erzählungen, Links, Fotos und Videos begnügen müssen.</p>
<p>Beim Rumstöbern in der Linkliste zu Fotos und Videos zur ECMC hat mir ein Fotoblog genannt &#8220;Faces&#8221; sehr gut gefallen.</p>
<p>Nahaufnahmen von Gesichtern finde ich doch immer noch am aussagekräftigsten.</p>
<p>Daher hier ein Link zum Fotoblog von Adam Urban</p>
<p><a href="http://urbanfotoblog.blogspot.com/2010/05/faces-from-ecmc-2010-budapest.html" target="_blank">Faces of ECMC2010</a></p>
<p>Noch mehr Links gibt es auf der <a href="http://ecmc2010.com/galleries" target="_blank">ECMC2010 Veranstaltersite</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Elfjährige Radkurierin in Hamburg</title>
		<link>http://onlinekuriere.de/2010/04/elfjaehrige-radkurierin/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 09:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cyclehans</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Portraits]]></category>

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		<description><![CDATA[Girls’ Day vom 24.04.08 &#8220;Wann können wir endlich wieder eine Tour fahren?&#8221; Rosalie strahlt. Sie ist elf Jahre alt und Radkurierin. Jedenfalls für einen Tag. Gemeinsam mit ihrem Vater ist sie auf einem Tandem durch Hamburg unterwegs. Gerade steht sie an der großen Elbstraße. Im Hintergrund fahren rostige Containerschiffe und große Löschkräne scheinbar aneinander vorbei. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Girls’ Day vom 24.04.08</em></p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-515 aligncenter" title="girlsday" src="http://onlinekuriere.de/wp-content/uploads/2010/04/girlsday1.jpg" alt="" width="455" height="130" /></p>
<p>&#8220;Wann können wir endlich wieder eine Tour fahren?&#8221;</p>
<p>Rosalie strahlt. Sie ist elf Jahre alt und Radkurierin. Jedenfalls für einen Tag. Gemeinsam mit ihrem Vater ist sie auf einem Tandem durch Hamburg unterwegs. Gerade steht sie an der großen Elbstraße. Im Hintergrund fahren rostige Containerschiffe und große Löschkräne scheinbar aneinander vorbei. Doch dafür hat Rosalie keinen Sinn. Sie will heute Sendungen ausliefern.<span id="more-514"></span></p>
<p><em>Einmal im Jahr findet bundesweit der Girls’ Day statt: Ein Tag, an dem Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren in Männerberufe reinschnuppern sollen. Vor allem in technischen Berufen sind immer noch überwiegend Männer tätig. Überkommene Rollenbilder in Berufen aufzulösen ist das ideelle Ziel dieser Aktion. Auch in Berufen, die mit Krafteinsatz verbunden sind, sind Frauen selten vertreten.</em></p>
<p>Obwohl auf dem Tandem unterwegs, muss auch Rosalie ordentlich in die Pedale treten. Vater und Tochter schlängeln sich durch den Verkehr. Autofahrer schauen neugierig auf das Kurierteam. Ihre Kinder sind festgeschnallt auf den Kindersitzen der Rückbank. Sie winken und lachen. Rosalie winkt freundlich zurück und lauscht gleichzeitig auf die Durchsagen am Funk. Sie freut sich, wenn ihr Vater eine neue Tour annimmt, und will gleich wissen, wie viel Geld er dabei verdient.</p>
<p><em>Bezahlt werden Radkuriere in der Regel pro gefahrener Tour. Im Durchschnitt sind das sieben bis acht Euro. Schnelle und geschickte Kuriere können durch Kombinationen von Touren, um die 30 Euro pro Stunde verdienen.</em></p>
<p>Rosalie drückt den Gummiknopf am Funkgerät und gibt ihre Position durch. Sie hat Glück: Eine Tour startet ganz in ihrer Nähe. Eine Fotografin will ein geliehenes Objektiv zurückbringen lassen. Sie staunt über die kleine Kurierin und fragt Rosalie aus. Auch andere Kunden wundern sich über das schlanke Mädchen im Sportdress, das ihnen die Sendungen überreicht. &#8220;Das ist aber jetzt nicht Kinderarbeit?&#8221;, fragt eine Frau einer großen Modelagentur und lacht. Rosalie erklärt geduldig das Projekt Girls’ Day. Dabei packt sie den Zustellbrief sorgfältig in ihre kleine Kuriertasche.</p>
<p>In der Mittagspause treffen die beiden Kuriere Kolleginnen.</p>
<p>&#8220;Naja, am Anfang habe ich schon gemerkt, das ich nicht so viel Kraft habe wie ein Mann&#8221; , sagt die 26-jährige Anne. &#8220;Aber das spielt jetzt kaum mehr eine Rolle. Ich verdiene auch so mein Geld.&#8221;</p>
<p>Rosalie sitzt mit ihr in einem Straßencafé am Schulterblatt bei einem Glas Rhabarbersaft und stellt Fragen. Was ihr an dem Beruf so besonders gefalle, fragt sie Anne.</p>
<p>&#8220;Es ist die Freiheit, die wir haben. Schau mal, ich kann mich mit euch einfach so verabreden. Das geht in keinem anderen Job.&#8221;</p>
<p>Rosalie schreibt fleißig mit. Sie erfährt noch, dass Annes Eltern erst allmählich diesen Beruf akzeptiert haben.</p>
<p>Auch Astrid kennt das.</p>
<p>&#8220;Als ich angefangen habe, gab es gerade zwei Todesfälle bei den Hamburger Kurieren. Da war meine Mutter schockiert und wollte nicht, dass ich fahre.&#8221;</p>
<p>Astrid ist schon seit zwölf Jahren Kurierin ohne ernsthafte Unfälle. In dieser Zeit hat sie ein Studium abgeschlossen. Sie arbeitet neben dem Kurierjob auch noch als Sportlehrerin.</p>
<p>&#8220;Aber weißt du, die Unabhängigkeit des Kurierfahrens möchte ich nicht missen. Und ich fahre wirklich leidenschaftlich gerne Rad.&#8221;</p>
<p>Rosalie will weiter. Inzwischen hat sich der blaue Himmel bezogen. Windstöße und Regenschauer machen das Fahren beschwerlicher. Rosalie hindert das nicht kräftig in die Pedale zu treten, um noch eine letzte Tour anzunehmen.</p>
<p>Diese Tour führt schließlich ganz in der Nähe ihrer Wohnung: Es ist Zeit Feierabend zu machen. Für Rosalie endet der Tag als Radkurierin. Von Sonne bis Regen, von Anstrengung bis Entspannung, es war alles dabei, was den Alltag eines Radkuriers ausmacht. Aufgedreht erzählt sie ihrer Mutter beim Abendbrot die Ereignisse des heutigen Tages.</p>
<p>&#8220;Meine Beine sind irgendwie ganz kribbelig. Am liebsten würde ich jetzt noch weiterfahren&#8221;, sagt sie, während sie in ein Brötchen beißt.</p>
<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</strong><br />
Infos zum Girls&#8217; Day</p>
<p>Der Girls’ Day findet seit 2001 einmal im Jahr in Deutschland statt: Mädchen sollen an diesem Tag Berufe kennenlernen, in denen bislang überwiegend Männer arbeiten. Dazu zählen vor alllem technische, handwerkliche und naturwissenschaftliche Berufe.</p>
<p>Mädchen ab der fünften Klasse bewerben sich für einen festgelegten Tag in einem Unternehmen. Dort dürfen sie dann einen Tag lang in den jeweiligen Beruf hineinschnuppern.</p>
<p>Der größte Teil der Unternehmen und Institutionen organisiert sogenannte offene Veranstaltungen: Wie bei einem Tag der offenen Tür wird ein festes Programm geboten.</p>
<p>Die andere Möglichkeit ist die direkte Begleitung eines Erwachsenen bei der Arbeit. Meist begleiten hierbei Töchter ihre Eltern.</p>
<p>Hintergrund ist der von der Industrie beklagte Fachkräftemangel. Etwa 800.000 Mädchen haben seit dem Start 2001 in Deutschland teilgenommen.</p>
<p>In Deutschland steht der Girls&#8217; Day unter der Schrimherrschaft des Bundesministeriums für Bildung, des Bundesministeriums für Familie und der Bundesagentur für Arbeit .</p>
<p>Weiterhin sind der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, der Zentralverband des Deutschen Handwerks, der Bundesverband der Deutschen Industrie und die Initiative D21 e.V. beteiligt.</p>
<p>Mehr Infos:http://www.girls-day.de/</p>
<p>Ähnliche Aktionen finden in den Nachbarländern Schweiz und Österreich statt.</p>
<p>Österreich: http://www.girlsday.info/ und http://www.girlsday.at/girlsday/</p>
<p>Schweiz: http://www.tochtertag.ch/cms/front_content.php?changelang=1</p>
<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</strong></p>
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		<title>Portrait: Jérôme</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 11:09:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portraits]]></category>

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		<description><![CDATA[Als einen Auftakt für eine Portraitserie möchte ich einen Kollegen von mir vorstellen. Jérôme ist Franzose und ein gutes Beispiel dafür, dass die Franzosen die eigentlichen Preussen in Europa sind Das Portrait basiert auf Gesprächen, die sich immer wieder mal im Alltag ergeben haben. Während man in Wartestellung lauerte, nach gemeinsamen Ladehilfen usw. Die Schlußszene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://onlinekuriere.de/wp-content/uploads/2010/03/jerome.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-417" title="jerome" src="http://onlinekuriere.de/wp-content/uploads/2010/03/jerome-150x300.png" alt="" width="107" height="214" /></a><em>Als einen Auftakt für eine Portraitserie möchte ich einen Kollegen von mir vorstellen. Jérôme ist Franzose und ein gutes Beispiel dafür, dass die Franzosen die eigentlichen Preussen in Europa sind <img src='http://onlinekuriere.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </em></p>
<p><em>Das Portrait basiert auf Gesprächen, die sich immer wieder mal im Alltag ergeben haben. Während man in Wartestellung lauerte, nach gemeinsamen Ladehilfen usw. Die Schlußszene ist einem Gespräch in der langen Reihe am Hamburger Hauptbahnhof entnommen.</em></p>
<p style="text-align: center;"><span id="more-52"></span><br />
Jerome, Jahrgang 1974, Franzose</p>
<p>Hochgewachsen, schlank und mit einer Baseballcap auf dem Kopf. Ein bisschen ernst schaut er aus. Dieser Eindruck wird durch den dunklen Flaum des Dreitagebartes noch verstärkt. Eng an seinen Rücken geschmiegt, hängt die rote Kuriertasche. An dem Riemen über der Schulter klemmt das Funkgerät, aus dem es leise summt.</p>
<p>Lässig sitzt er auf seinem Fixie. Wie eine Einheit wirken Rad und Mensch.</p>
<p>Jérôme ist Franzose und seit Dezember 2004 in Deutschland. Gefolgt ist er seiner Freundin nach Hamburg: Es war Winter und er sprach kein Deutsch. Er schlug sich mit einem Aushilfsjob als technischer Zeichner bei einer französischen Firma durch. Das dauerte bis Juni 2006. Inzwischen sprach Jérôme flüssig deutsch:</p>
<p>&#8220;Ich habe meiner Freundin gesagt, dass sie immer deutsch mit mir zuhause sprechen soll.&#8221; Jérôme lacht. &#8221; Das hat nicht immer geklappt, weil sie halt auch so gerne französisch spricht und ich abends manchmal einfach zu müde war.&#8221;</p>
<p>Dann im Sommer 2006 fing er an, als Fahrradkurier an zu arbeiten. Für ihn war das ein Traum:</p>
<p>„Ich liebe das Radfahren. Als 1984 das BMX-Rad nach Frankreich kam, war ich zehn und sofort dabei.“</p>
<p>MTB, Downhill, Rennrad. Alles probierte er aus. Einen kurzen Ausflug in den Motorradsport unternahm er auch.</p>
<p>„Enduro bin ich gefahren. Aber jetzt habe ich kein Motorrad mehr.“</p>
<p>Seitdem Jérôme als Fahrradkurier durch Hamburg fährt, kann er sich einen anderen Job nicht vorstellen.</p>
<p>„Ich finde es richtig gut. Den ganzen Tag radfahren und auch noch Geld dafür zu bekommen.“</p>
<p>Er unterbricht und lauscht auf das gleichmäßige Rauschen am Funk. Tatsächlich wird er gerade gerufen. Kurz unterbricht er das Gespräch und nimmt eine Tour an.</p>
<p>Wir tauschen noch kurz E-Mail Adresse und Telefonnummer aus. Dann bringt er das Rad in Position: Ein kurzer Blick auf die stark befahrene Lange Reihe. Dann startet er: Mit zwei Tritten ist er mitten im Verkehr. Wenige Augenblicke später ist er nur noch eine helle Linie vor dem grauen Aspalt und verschwindet schließlich hinter einer Biegung der Straße.</p>
<p><em>Nachtrag: Seit dem Januar ist Jérôme Vater. Sein Sohn hat gerade begonnen zu lächeln. Das ist vermutlich der Grund dafür, dass er nicht mehr so oft bis in den Abend fährt <img src='http://onlinekuriere.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  </em></p>
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